MAP - Eines der größten jemals durchgeführten Feldexperimente in den Alpen Vom 7.September bis 15.November 1999 wird das Wetter in den Alpen mit besonderer Intensität beobachtet. Für die zehnwöchige Feldmesskampagne wurden Zielgebiete definiert, die für die zu untersuchenden Phänomene besonders geeignet erscheinen. Diese Zielgebiete werden mit Beobachtungs- und Messplattformen modernster Technologie ausgestattet. Die Region des Lago Maggiore südlich der Alpen weist eine Häufung von Starkregenfällen im Herbst auf. Während der Feldmesskampagne werden ein französisches und ein US-amerikanisches Forschungs-Wetterradar zusammen mit dem operationellen Wetterradar des Schweizerischen Tessin am Monte Lema solche Niederschlagsereignisse intensiv durchleuchten. Diese Messungen werden durch Sondierungen der Atmosphäre über Windprofiler, Wetterballons und eine Fülle anderer Messplattformen ergänzt, die uns erlauben, die vertikale Struktur der Atmosphäre zu analysieren. Zum Studium des Föhn wird das Rheintal zwischen Chur und Bodensee mit einem dichten Netz von Radiosondenstationen instrumentiert. Zusätzliche Windprofiler und Lidars werden die dreidimensionale Struktur der Windfeldes über und in der Nähe der Gebirge erschließen. Eine ähnliche Instrumentierung ist für das Wipptal südlich von Innsbruck vorgesehen, wobei der Einfluss der Brenners auf die Strömung mituntersucht wird. Spezielle Phänomene wie brechende Schwerewellen werden auch die Untersuchungen beschäftigen. Die bodengebundenen Beobachtungsstationen werden durch eine Flotte von insgesamt 8 Flugzeugen ergänzt. Diese Messflugzeuge werden Gebiete intensiver Gewitter und Schauer sowie von Starkwinden und Turbulenzen um-und durchfliegen, um jene Messwerte zu erzielen, die zum Verständnis dieser Phänomene nötig sind. Viele der Flugzeuge und bodengebundenen Beobachtungssysteme haben eine weite Anreise zu den Alpen hinter sich, um eine einmalige Dichte und Qualität des Beobachtungsnetzes zu garantieren. Die europäische Institution zum Betrieb von Forschungssatelliten, EUMETSAT hat den Betrieb des Reservesatelliten METEOSAT 6 für wecke des MAP zur Verfügung gestellt. Bei Bedarf können Bilder der Alpenregion im 5-Minuten-Rhythmus erzeugt werden, was eine wesentliche Verbesserung im Vergleich zum üblichen halbstündigen Intervall darstellt. Spezielle Operationszentren wurden zur Koordination des Experimentes eingerichtet. Am MAP Operations Centre Innsbruck (MOC), das am Flughafen Innsbruck liegt, werden die wichtigsten Entscheidungen für den Einsatz der Forschungsflüge getroffen und die Koordination zwischen den einzelnen Gruppen ausgeübt.. Diese Entscheidungen stützen sich auf die Arbeit des eigens eingerichteten MOC Vorhersagezentrums . Die Mehrzahl der Wissenschafter wird dort auch die Daten dieser Flüge und Messungen auswerten. Das Project Operations Centre Milano - Linate befindet sich beim italienischen Flugwetterdienst und bildet die Basis für zusätzliche Flugzeuge. Ausserdem wird es durch die Produktion von 3-dimensionalen Wetterradarbildern die Führung der Flugzeuge beim Einsatz nahe der Regenzonen unterstützen. Ein hydrologisches Modell wird dort auch installiert. Ein Koordinationszentrum für die Aktivitäten im Rheintal wird in Bad Ragaz (CH) installiert. Alle erhobenen Daten werden in Echtzeit ins MAP-Datenzentrum an der ETH Zürich übermittelt .Von dort werden wiederum Kartendarstellungen dieser Daten an die Vorhersagemeteorologen übermittelt.