Das Mesoscale Alpine Programme: Ein bedeutender Beitrag zur Verbesserung der Wettervorhersage in den Alpen Vorbemerkung: Starkniederschläge, Überschwemmungen und Windstürme sind von besonderer Bedeutung für das Wettergeschehen in den Alpen. Herbstliche Niederschlags-Katastrophen an der Alpensüdseite haben in den letzten 6 Jahren zum Verlust von 80 Menschenleben und zu Gesamtschäden von 10 Milliarden Euro Geführt. Zeitgerechte und präzise Vorhersagen solcher Ereignisse bringen große Vorteile für die Gesellschaft, da ihre Folgen durch rechtzeitige Maßnahmen gemildert werden können. Das Mesoscale Alpine Programme: Vom 7.September zum 15.November 1999 wird eine Vereinigung von wissenschaftlichen Instituten und Wetterdiensten das größte meteorologische Feldexperiment in den Alpen seit ALPEX 1982 durchführen. Die Ziele dieses Experiments sind die Verbesserung unseres Verständnisses und der Vorhersagemethoden für Starkniederschläge und Überschwemmungen, Sturmwinde in Bodennähe und Turbulenzen in großer Höhe, die durch Schwerewellen verursacht werden. Starkniederschläge und Überschwemmungen: Gebirgsregionen begünstigen die Entstehung von extremen Niederschlagsereignissen, bei denen bis zu 300l/Quadratmeter Regen auf einigen hundert Quadratkilometern in wenigen Stunden fallen können. Wenn solche Ereignisse in begrenzten Einzugsgebieten von Wasserläufen eintreten, sind plötzliche und zerstörerische Flutschwälle zu erwarten, wie etwa in Vaison-la Romaine ,F, (1992), oder in Brig,CH, 1993. Heutige Vorhersagemethoden, die auf Rechenmodellen mit einer Auflösung von 10 bis 40km arbeiten, können das Risiko eines Starniederschlages anzeigen, nicht aber die genaue zeitliche und räumliche Eingrenzung und verläßliche Mengenangabe. Eine neue Generation solcher Vorhersagemodelle, die mit Auflösungen bis zu 1 km arbeiten, läßt die Hoffnung auf eine deutliche Verbesserung zu. Zur Justierung und Entwicklung dieser Modelle sind aber ebenso hochaufgelöste Messungen der atmosphärischen Größen notwendig. Solche Messungen sollen während des MAP Feldexperimentes gewonnen werden. Auch die Vorhersage von Pegelständen der Flüsse soll anhand von gekoppelten hydrologischen Modellen versucht werden. Bodenwinde und Turbulenz in der Höhe: Föhn uns Mistral sind bekannte Beispiele von starken Bodenwinden in alpinen Tälern, die von dynamischen Prozessen ausgelöst werden und nun in Modellen dargestellt werden können. Diese Winde stellen eine Gefährdung für alle Bereiche des Transport - und Bauwesens sowie aller Freiluftaktivitäten dar. Turbulenz in Flughöhen von 5 bis 15km wird in gebirgigen Regionen auch durch das Brechen von Schwerewellen hervorgerufen und stellt eine Gefährdung der Flugsicherheit dar. Die neuen Modellgenerationen haben die Voraussetzungen, um auch diese Phänomene zu erfassen, was mit speziellen Messungen während MAP überprüft und verbessert werden soll. Institutionen und Einrichtungen die an MAP beteiligt sind: Mehr als 200 Wissenschafter und Techniker sind mit MAP beschäftigt, eine 10-jährige Vorbereitungsphase wird im Feldexperiment 1999 gipfeln, wobei ein Gesamtbudget von etwa 20 Mio Euro vorgesehen ist. Zurückgehend auf eine Initiative der Schweizerischen Meteorologischen Anstalt und der Eidgenössischen Technischen Hochschule wurde das Programm von Wetterdiensten und wissenschaftlichen Organisationen aus 13 Ländern (Österreich, Canada, Kroatien, Frankreich, Deutschland,Griechenland,Ungarn, Italien, Slovakei, Slovenien,Spanien, Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika) angenommen. Die Weltorganisation der Meteorologie WMO in Genf hat die Schirmherrschaft über das Programm übernommen. Die Ergebnisse von MAP Wie alle meteorologischen Feldexperimente ist MAP vom Wetter abhängig. Wenn sich die Witterung in diesem Herbst an die Klimatologie hält, können wir mit etwa 10 intensiven Beobachtungsperioden von einigen Tage Dauer rechnen. Nach jeder dieser Intensivphasen werden wir von den vorläufigen Ergebnissen berichten und von diesen für die nächsten Ereignisse dazulernen. Die Medien werden vom Fortschritt des Experimentes auf dem Laufenden gehalten. Die endgültigen Schlüsse aus dem Experiment werden aber erst gezogen werden könne, wenn es gelungen ist, die physikalisch-dynamischen Vorgänge zu verstehen, nachzuvollziehen und mit den numerischen Rechenmodellen zu beschreiben. Das kann einige Jahre in Anspruch nehmen , wir hoffen aber, dass die Resultate dieser Arbeit dann aber in die tägliche Vorhersagepraxis einfließen indem die am besten bewährten Modelle in der täglichen Routine zur Anwendung kommen.